Drei Links zur Lage in Fukushima
Die Blöcke 1-4 des Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi vor der Havarie.
Aus aktuellem Anlass stelle ich diese Woche drei Webseiten zur Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima vor.
Atom-Prognose
Die Forscher der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) arbeiten an einer ungewöhnlichen Wetterprognose: Seit dem schweren Störfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima berechnen sie täglich mit einem mathematischen Modell den Verbreitungsweg der radioaktiven Isotope aus dem Unglücksreaktor in der Erdatmosphäre. Die aktuelle Modellrechnung sieht nicht gerade rosig aus, denn der Wind wird vorübergehend ins Landesinnere wehen.
Atom-Panik
Wer wer in einem Anflug von Panik darüber nachdenkt, Iodtabletten oder Geigerzähler zu hamstern, dem sei ein Besuch auf dieser Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz empfohlen: Insgesamt 1800 Messstationen in ganz Deutschland überprüfen die sogenannte Ortsdosisleistung – und bis jetzt sieht die Karte äußerst unspektakulär aus. Zitat: “[Die Karte] lässt keine auffälligen Abweichungen vom normalen Strahlenpegel erkennen.” Also: Keine Panik!
Atom-Portal
Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit hat heute ein eigenes Portal zur Lage in Fukushima gelauncht – mit Messwerten aus Japan, einer differenzierten Einschätzung zur Lage in den verschiedenen Reaktorblöcken (die so mancher Redaktion längst als Vorlage für Infografiken dient) und diverse weitere Informationen zum Thema Reaktorsicherheit.
Abt.: Miese Wortspiele in schlechten Headlines
Entfreundet
Das Sprachlog hat den Anglizismus des Jahres 2010 gekürt: “Leaken” hat es vor meinen persönlichen Favoriten “entfreunden” geschafft. Ebenfalls in der Top-10: “Liken”, “Shitstorm” (grandios!) und die ominöse “Cloud”, von der irgendwie niemand so recht weiß, was damit gemeint sein könnte. Falls es Ihnen genau so geht: Hier wird geholfen.
Entfesselt
Richard Gutjahr bloggt aus Ägypten. Was nicht sonderlich spektakulär wäre, fände dort nicht gerade eine Revolution statt, die manche Qualitätsmedien fast verpennt hätten. Auch wenn die Netzgemeinde geteilter Meinung ist: Diese Form von Fallschirmjournalismus finde ich unterstützenswert.
Entlarvt
Apropos unterstützenswert: Die 15 Tipps für Blogger mit normal großem Ego kann man so nur unterschreiben – auch wenn ich zumindest bei Punkt 10 schon meinem Geltungsbedürfnis auf den Leim gegangen bin (und hiermit auch Punkt 7 geflissentlich ignoriert habe).
Von “Pommerngirl” und Co.
Vier Jahre ist es mittlerweile her, dass ich an dieser Stelle über rechtsextreme Gruppen im sozialen Netzwerk “StudiVZ” berichtet habe. Seltsamerweise bringt mir dieser Text bis heute noch die meisten Besucher ein. Das liegt nicht daran, dass sich besonders ideologiekritische Leser auf Channelshift verirren würden – es gibt einfach nur hunderte von Menschen, die aus mir unerfindlichen Gründen den Gruppennamen “Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten” googeln.1
Astrid Geissler und Christoph Schultheis beschreiben in “Wie Nazis das Netz besetzen“, wie Rechtsradikale in diversen sozialen Netzwerken zum Alltagsphänomen geworden sind. Der Text ist ein Vorabausdruck der taz aus dem Buch “Heile Welten”, das am siebten Februar im Carl Hanser Verlag erscheinen wird. Indessen hat sich die Haltung der Firmen, die längst den Start-Up-Schuhen entwachsen sind, keinen Deut verändert: Gelöscht werden selbst rechtswidrige Inhalte nur in den seltensten Fällen, denn Kontrollen sind kostspielig – und zur Not laden “Pommerngirl” und Co. ihren fremdenfeindlichen Dünnschiss einfach unter einem neuen Benutzernamen hoch.
1 Noch seltsamer ist, dass einige Leute den nicht gerade tiefsinnigen Spruch tatsächlich nicht zu verstehen scheinen. Sonst würden sie nicht “Was heißt ‘Nach Frankreich fahr’ ich nur auf Ketten’” googeln,oder?
Ed Ou hat im Libanon-Krieg fotografiert, war nach seinem Studium im früheren sowjetischen Atomwaffentestgebiet Semipalatinsk unterwegs und dokumentierte das Schicksal von Kindersoldaten in Somalia. Dabei ist Ed Ou gerade mal 23 Jahre alt. Das macht seine ohnehin schon tollen Fotos natürlich nicht besser, hat meiner Meinung nach aber jede Menge Respekt verdient – und einen Besuch auf seiner Homepage namens “Adventures with Twilight“.

Ob diese Werbetafel am Moselstadion im abgesicherten Modus wohl die anrüchige Werbung für Triers Erotikszene ausblendet? Einen Versuch wäre es wert, doch leider konnte ich die Tastatur nicht finden.