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Die Mauer muss weg

Januar 19th, 2008  |  Abgelegt unter , , , , , , , , ,  |  17 Comments

Vor etwas mehr als 18 Jahren sprang ein Haufen vor Freude heulender Menschen auf ein paar Betonklötzen herum. Ich weiß es noch genau, ich kann mich nämlich lebhaft an den Anblick in der Tagesschau erinnern, und für jemanden, der sogar seine eigene Telefonnummer vergisst, weil er sich nie selbst anruft, will das jetzt wirklich was heißen.

Seit jenem Novembertag im Jahre 1989 sind inzwischen über 18 Jahre vergangen. In der Zwischenzeit mussten die gar nicht mehr so neuen Bundesländer bei mir vor allem für billige Gags herhalten und waren insofern gleichberechtigt mit Schwaben, Bayern oder – ganz schlimm – der Pfalz. Natürlich sage ich dann später immer, dass ich das alles gar nicht so gemeint habe.

So habe ich mich stets standesgemäß über Gregor Gysi und die popkulturelle Verklärung der SED-Diktatur erbost, bei “Das Leben der Anderen” fast geheult und bei jeder niveaulosen Stammtischdiskussion brav gegen all die ignoranten Arschlöcher gekämpft, die “die Mauer am liebsten wieder aufbauen” würden.

Nur die Mauer in meinem Kopf, die habe ich nie abgerissen.

Als ich vorgestern für ein Seminar zu den X. Weltjugendspielen in der DDR recherchierte, war ich vor Entsetzen ganz fassungslos, als ich diese Seiten von der BpB las. Da steckt ein Regime mal einfach so tausende junger Leute in den Knast oder in die Klapse, nur um nach außen den sozialistischen Schein zu wahren – und 23 Jahre lang hält es niemand für nötig, mir auch nur ein Sterbenswörtchen davon zu erzählen. 23 Jahre lang halte ich es nicht für nötig, etwas darüber zu lesen. All sei das alles nie passiert. Georg hat völlig recht, wenn er sagt: “Für euch Wessis ist das aber so”.

Aber ich wollte doch kein Klischee-Wessis sein. Okay, ich fand die Sonnenallee echt witzig, aber mir war klar, dass sie dem Terrorregime der SED nicht gerecht wurde. Zugegeben: Ich muss immer lachen, wenn ich alte Aufnahmen von Walter Ulbricht sehe (“Nümand hat die Absischt, äne Maua zu arischtn!”) – obwohl ich weiß, dass der bärtige alte Mann in den eigenen Reihen fast wie sein großes Vorbild Stalin gewütet hat. Ich war sogar im Museum am Checkpoint Charlie und hab das Surfbrett gesehen, in dem die armen Ossis rübermachen wollten. Und jetzt sagt einer, der von Gera nach Trier kommt, dass ich und meine Landsleute “alle so sind”. Und das Schlimmste daran ist, dass er damit Recht hat.

Ich bin im Zeitalter der Billigflieger großgeworden und verursache jährlich soviel CO2 wie ein ganzer deutscher Durchschnittshaushalt; war in Barcelona, Baikonur, Berlin, Brüssel, Budapest, Dublin, London, Lissabon, Moskau, Paris, Seattle, Sevilla, Stockholm und Vancouver. Aber ich habe noch nie Dresden gesehen, obwohl da gerade eine völlig bescheuerte Brücke durch eines der wohl schönsten Täler der Welt gebaut wird. Ich kenne die Semperoper nur aus der Werbung für ein Bier, das ich noch nie getrunken habe. Und zu Leipzig fällt mir jetzt nicht einmal eine dämliche Pointe ein, weil ich nichts darüber weiß. Ich war nie in Goethes Weimar, hab das Erzgebirge noch nie mit eigenen Augen gesehen und kenne den Spreewald nur von den Etiketten im Gurkenregal.

Kurz gesagt: 18 Jahre, nachdem die Mauer gefallen ist, habe ich nichts – aber auch wirklich gar nichts – über die Leute gelernt, die mit mir den selben Flecken Erde teilen und sogar von sich behaupten, die selbe Sprache zu sprechen. So, als sei die Hälfte des Landes einfach in einem gigantischen schwarzen Loch verschwunden – wie eine riesige No-Go-Area, in der sich in meiner Fantasie ehemalige SED-Bonzen und glatzköpfige Nazis gegenseitig ihre Birnen zermatschen.

Das alles wird den Leuten nicht gerecht, über deren Vergangenheit ich fast nichts weiß, weil saarländische Lehrpläne sich lieber den Feinheiten des Steinkohleabbaus widmen als den Menschen, die 28 Jahre lang durch einen Todesstreifen von ihren Nachbarn und Verwandten getrennt waren. Weil weder meine Familie noch meine (westdeutschen) Freunde sich je für die “da drüben” interessiert haben. Für Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um Teil einer Gesellschaft zu werden, die nur ein paar Jahre später so tut, als sei das alles Schnee von gestern oder nie passiert oder am besten beides gleichzeitig.

Vor ziemlich genau 18 Jahren sprang ein Haufen vor Freude heulender Menschen auf ein paar Betonklötzen herum, deren Reste inzwischen schamlos im Geschenkeshop vertickt wurden. Ich weiß es noch genau, ich kann mich nämlich an die Tagesschau erinnern. Nun wird es allerhöchste Zeit, dass auch der Beton in meinem Kopf endlich fällt.

Die Mauer muss weg.

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Responses

  1. Exilregierung says:

    Januar 19th, 2008at 11:33(#)

    Meinste, es liegt wirklich daran, dass das alles mal “Zone” war, dass du die Gegend noch nicht bereist hast?
    Ich war vorher, bis auf Zwischenstopps noch nie im westlichsten Zipfel Deutschlands, bis es mich hier an die Uni verschlug. Da könnte man nun auch aufschreien, dass diese alte Kulturregion an mir vorbeigegangen ist, aber irgendwie kams einfach nie dazu…
    Ich würde Deine Unkenntnis einfach erstmal auf die Entfernung im deutschen Maßstab zurückführen. Gut, Du hast deutlich entlegenere Winkel der Erde gesehen – aber die sind eben auch interessanter, exotischer, einfach reizvoller auf den ersten Blick. Da geht es nicht um Ost oder West, sondern Urlaub um die Ecke, oder was ausgefallenes. Wer macht schon groß Urlaub im eigenen Land wenns nicht gerade Strand oder Skivergnügen is?
    Geht mir kaum anders. Gut, viele vermeintlich relevante Stadte hab ich mal abgeklappert, ist eben auch wieder einfach näher gewesen als für dich, aber es gibt noch so viel mehr, wenn man sich nur mal bemühen würde zu suchen.
    Aber dass das nun an der Ost-West Trennung liegt – ich weiß nicht…BaWü ist zum Beispiel für mich ein fast weißes Fleckchen auf der Landkarte – Bayern kenn ich in und auswendig.
    Immerhin hast dus schon nach Potsdam geschafft und wir können uns ja alle mal in Bad Muskau einbuchen – zu Heimatstudien :-D

  2. Georg says:

    Januar 19th, 2008at 17:49(#)

    Über Geschichts- oder Geografiekenntnisse haben wir ja schon längere Zeit gestritten. Und ich will auch nicht für alle Ossis die Hand ins Feuer legen, ob sie wohl alle Bundesländer mit den Hauptstädten kennen. Aber für die gymnasiale Oberstufe kann ich das wohl. Das wurde uns eingetrichtert. Dass kann ich für den Westen nicht behaupten. Ich versuche schon seit Monaten meiner Mitbewohnerin aus NRW einzutrichtern, wo bzw. was “Sachsen-Anhalt” ist (Achtung: Zugespitzt) und dass Magdeburg die Hauptstadt ist (entspricht der Wahrheit). Aber gut, nobody is perfect. Man kann nicht alles wissen. Erschreckender war für mich, dass es ihr völlig egal war. Dass sie gar nicht diese Wissenslücke schließen wollte, wo doch dies zum Allgemeinwissen jedes Deutschen gehört. Das ist diese Ignoranz, die ich meine. Dass die Menschen hier halt nicht nachfragen, wie das bei uns so war und ist. Dieses Desinteresse gepaart mit Halbwissen halte ich für fast genauso schlimm wie Ablehnung.

    Zu Fabsens Argument mit der Distanz. Ich kenne in den neuen Bundesländern – ob nun in Gera, Dresden, Potsdam oder Greifswald keinen Menschen, der noch nie in den alten Bundesländern war. Und jetzt frag mal bitte die Studenten in Trier. Oder in Marburg, wo mein Kumpel Tobias studiert und genau das selbe erlebt. Und Marburg ist, wie jeder mit Geografiewissen weiß, nur ein Katzensprung von der ehemaligen Grenze entfernt.

  3. Katarina says:

    Januar 19th, 2008at 19:52(#)

    Ich hab es Dir ja schon heute gesagt, aber ich verewige es auch hier noch einmal schriftlich:
    Ich finde es wirklich toll, was du zum einen geschrieben hast, die Art und Weise und dass du es versuchst den “deutschen Limes” wegzureißen! Das macht mich, so blöd es klingen mag, wirklich glücklich sowas zu lesen! Wenn das allen Deutschen gelingen würde; dann wäre meine “deutsche Welt” eine Bessere!
    Georg stimme ich auch in allen Punkten zu und ein Link von meinem Blog auf diesen Beitrag ist dir sicher!

  4. Piest says:

    Januar 19th, 2008at 20:16(#)

    “Wer macht schon groß Urlaub im eigenen Land wenns nicht gerade Strand oder Skivergnügen is?” Antwort: Ich.

    Aber jetzt mal im Ernst: Schön zu lesen. Und da hat das Seminar ja scheinbar doch noch einen Mehrwert.

    Zu Georgs Anmerkung, dass er niemanden aus den neuen Ländern kennen würde, der noch nicht in den alten Ländern war, fällt mir eine nette Anekdote ein. Als ich kurz vor dem Jahreswechsel in Luckenwalde war, um mit Nadja zusammen einen schönen Tag in der Fläming-Therme zu verbringen, da konnten wir im Frühstücksraum unserer Pension einer netten Unterhaltunge beiwohnen. Ein Mann – ich schätze er war Ende 40 – erzählte seinen Tischgenossen – vermutlich Familie und Freunde – wie das so ist im Westen. Er erzählte, dass er dort einmal durchgefahren sei und danach gleich schon wusste, dass er dort nie wohnen wollte. Wie das dort schon alles aussah – und die Menschen waren noch viel schlimmer. Und kein Wessi würde sich für die Ossis interessieren, alles ganz schreckliche Menschen – und noch einmal: wie das dort schon aussieht, ganz schrecklich. Wir haben uns herrlich amüsiert. Und dann war da noch das Gefühl, dass man in diesem Augenblick eigentlich den Mund aufmachen müsste.

    Im Endeffekt ist wichtig: Es tut gut, zu wissen, dass die Menschen, mit denen ich zu tun habe, die Mauer nicht zurück haben wollen. :)

  5. Georg says:

    Januar 20th, 2008at 14:28(#)

    Nette Anektode, Piesty. Und es stimmt, dass vor allem ältere Menschen, die enttäuscht sind von den Entwicklungen nach der Wende (Arbeitslosigkeit, Existenzangst, Verlust des “Zusammenseins” aus DDR-Zeit), den alten Bundesländern eher negativ gegenüber eingestellt sind.

    Aber du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ich sprach von jungen Studierenden (nicht von den alten Enttäuschten), die eigentlich neugierig in die Welt schauen sollten. Und da sehe ich Diskrepanzen. Erst letztes Jahr machten Freunde von Katarina aus Sachsen eine große Deutschlandreise über München und Stuttgart. Ohne dort irgendjemanden zu kennen. Einfach nur, weil sie neugierig waren. Von meinen ehemaligen Klassenkamaraden bin ich weißgott nicht der einzige, der in den alten Bundesländern studiert. Wie viele sind es anders herum? Ich kenn nicht viele. Eigentlich gar keine.

    Und ich vermag mich auch an eine Studie zu erinnern, wonach mehr als 90 % der Ostdeutschen schon im Westen war, aber nur 40 % umgekehrt. Und das ist doch wirklich erschreckend.

  6. Volker says:

    Januar 22nd, 2008at 22:25(#)

    Netter Gedankengang. Überlege jetzt schon seit längerer Zeit ob ich den Gedankengang auch so unterschreiben könnte. Aber ich habe genauso wenige Städte im Westen unserer Republik besucht, wie im Osten. Ich müsste mir also generell die Frage stellen, warum mich Deutschland und seine Städte nicht verführen können um dort Urlaub zu machen.
    Oft bin ich in Berlin, aber wirklich die Menschen kennengelernt habe ich dort nicht. Wobei auch die Frage, ob sie aus dem Osten der Stadt kommen oder aus dem Westen, nicht in meiner Fragekiste vorhanden ist. Ich denke es ist mir einfach egal. Egal in dem Sinne, dass es mir “wurscht” ist wo einer geboren und aufgewachsen ist. Wenn ich mich mit dem Menschen gut verstehe ist die Herkunft irrelevant.
    Die Geschichte rückt dabei leider oft, sehr oft in den Hintergrund. Da muss ich Michael zustimmen, dass ich vieles aus der “Deutsch-Deutschen-Geschichte” nur aus dem Museum und aus Dokumentationen kenne. Aber wirklich erfassen, was das damalige Regime mit den Bürgern veranstaltete, kann ich nicht. – Nicht einmal ansatzweise.

  7. carrry says:

    Januar 24th, 2008at 15:41(#)

    Anekdote kann ich auch:
    Für mich sind im ersten Moment immer noch, und das seit es mich als Kind echt zur Verzweiflung gebracht hat, die alten Bundesländer die der ehemaligen DDR. Die waren ja schließlich zu erst da. Es kostet mich immernoch manuelle Gedankenreparatur, den Fehler auszugleichen.
    Ansonsten muss ich zugeben, dass es mir eingiges an Überlegung abverlangt hätte, Sachsen-Anhalt eine Hauptstadt zuzuordnen. Gymnasiale Oberstufe und Grundschul-Heimatkunde sind halt schon was her. Ob ich es allerdings mehr erschreckend oder beschämend finde, sei mal dahin gestellt.
    Und mich zum Beispiel hat der Job in den Westen gezogen. Wieviele Jobs ziehen Wessis wohl in den Osten?

  8. Dude says:

    Januar 24th, 2008at 20:04(#)

    Ich mag das alles etwas naiv sehen, aber: Wo ist das Problem? Wer noch nie in dieser oder jener Stadt war, verpasst was – his loss. Ähnlich verhält es sich – nüchtern betrachtet – mit dem Wissen über gesamtdeutsche Geschichte. Es sollte Allgemeinbildung sein, aber auch das ist am Ende persönliche Entscheidung; jeder hat seine Wissensgebiete, die ihm wichtig sind.

    Ich finde es ungerecht, jemandem, der sich nicht besonders für die “neuen Länder” (ich verabscheue diese Bezeichnung, dazu gleich noch mehr) interessiert, Ignoranz an zu lasten. Warum muss er sich dafür interessieren? Vielleicht interessiert sich der selbe Mensch nicht fürs Saarland, ist das nicht sein gutes Recht? Vielleicht interessiert sich mancher gebürtige Ostdeutsche nicht für Köln. Soll er doch!

    Versteht mich nicht falsch: Natürlich gibt es immernoch eine gewisse empfundene Fremdheit zwischen Ost und West, geschürt durch jenes beschriebene Halbwissen, Klischees und mediale Verklärung. Zudem ist es ein emotionales Thema, denn es geht um Heimat, Herkunft, Identität.

    Warum muss aber genau vor diesem Hintergrund die Mauer in den Köpfen durch verbale Grenzziehungen wie “neue/alte Länder”, “Ossi und Wessi” oder “DDR und BRD” aufrecht erhalten werden? Ich habe das Gefühl, diese Diskussionen, in denen fein säuberlich auseinanderdividiert wird, wer wann was und warum gemacht hat, hätte tun müssen und noch tun wird, sorgen paradoxerweise für die Aufrechterhaltung gewisser Fremdheiten, die man doch gern abgebaut sähe.

    Die “Völkerverständigung”, die offenbar Mancher hier vermisst, lässt sich nicht oktroieren und findet ohnehin im Kleinen statt, zwischen den einzelnen Menschen. Ich kann meine Witze über sächsichen Dialekt machen, nie in Dresden gewesen sein und würde dennoch nie auf die Idee kommen, einen ostdeutschen Mitbürger anders zu behandeln, als einen westdeutschen. Die Kategorie ist eben abseits des Klischees einfach nicht von Bedeutung; weil Menschen keine Klischees sind.

    Ich bin froh, das es keine Mauer mehr gibt. Getrennt hat jene aber für mich nicht Deutsche, sondern Menschen.

  9. Exilregierung says:

    Januar 29th, 2008at 09:41(#)

    Ich glaube, das geht in eine ähnliche Richtung, wie ich sie angefangen habe, indem ich auch wenig (emotionalen oder motivationalen) Unterschied sehe, ob es nun BaWü oder die Zone ist, die man nicht weiter kennt.
    Aber diese gleichmachende Perspektige entwickelt man wohl nur, wenn man nicht Teil des Problems ist, dass Brächi, Piesty und Georg meinen.
    Wenn ich mich mal aus dieser eigenen Perspektive verabschiede Ich lese da eine Abneigung gegenüber den “neuen Ländern” heraus, ein Desinteresse, weil es eben nur der “öde Teil Deutschlands” ist, der halt mal irgendwo hinter ner Mauer weggeschlossen war. Dieses spezielle Desinteresse, explizit und gerade die Zone (ich mag dieses Wort, bin ja auch n Pöbler) ist es, was den Unterschied macht – liege ich da richtig?

  10. carrry says:

    Januar 29th, 2008at 13:51(#)

    so ganz ist mir nicht klar was für dich heißt, “teil des problems” zu sein. welchen problems? die ossi wessi trennung, das desintersse an ostdeutschland? wie kann man davon kein teil sein?
    gut, im einfachsten falle kann man sich damit einfach nicht beschäftigen und diskussionen wie dieser fern bleiben. was ich gut verstehen könnte. wirklich bewegen kann mich das auch nicht. emotional schon gar nicht. ich seh das bawü-zone ding genauso. jacke wie hose ob ich mich für hüben oder drüben nicht interessiere. was nichts mit geschichtlichem desinteresse zu tun hat. da sollte jeder einen gewissen grundstock an wissen mitbringen. und wer dies nicht tut, sollte sich was schämen.
    aber ganz versteh ich auch den rest deines postings nicht, exilregierung, was macht den unterschied? die zone? das explizite desinteresse an ihr, WEIL sie “öde” ist??! in meiner halbwissenden vorstellung ist das das saarland auch. weswegen ich es freiwillig noch nie aufsuchte. aus reinem desinteresse. schlimm!

  11. Exilregierung says:

    Januar 30th, 2008at 18:22(#)

    Bestandteil derjenigen Wästler zu sein, die es eben noch nicht in die Zone geschafft haben ;)
    Daher war mir das aus der eigenen engen Perspektive gar nicht soo klar, was Brächi da aufstellt, dass er dort ein Problem sieht.

    Der Rest befasst sich damit, dass wenn ich Brächi richtig verstehe der Unterschied zum Saarland darin besteht, dass es den alten Bundesbürgern eben lange verwehrt war, in die neuen zu reisen, um diese kennenzulernen.
    den neuen Bundesbürgern (wir sollten mal Umschreibungen sammeln) war es ebenso umgekehrt verwehrt, jedoch steht hier ja die These im Raum, dass diese die alten Bundesländer fleißig erkunden, was man von den Wessis nicht sagen kann, die den Osten schmähen.
    Correctemente?

  12. Michael says:

    Februar 1st, 2008at 18:10(#)

    @Fabsen: Ja, so meine ich es. Ich glaube, dass die meisten Wessis tatsächlich sehr wenig Interesse an den neuen Bundesländern zeigen – zumindest diejenigen, die ich kenne. Und da gehöre ich wohl mit dazu.

    Umgekehrt sind die Leute, die ich bis jetzt aus den neuen Bundesländern getroffen habe, schon viel mehr im Westen rum gekommen. Natürlich ist das statistisch betrachtet wenig aussagekräftig – vielleicht sind Georg, Katarina, Piesty, Dünsch und Co ja in Wirklichkeit nur eine Minderheit, die hier in Trier völlig überrepräsentiert ist. :)

    Aber das glaube ich nicht. Ich glaube, “wir Wessis” beweisen tatsächlich ein ziemliches Desinteresse, weil wir uns lieber mit unseren eigenen Vorurteilen zufrieden geben, als selbige vor Ort widerlegen zu lassen. So würde ich das zumindest mir selbst diagnostizieren.

  13. Piesty says:

    Februar 3rd, 2008at 08:29(#)

    Carrry schrieb: “Und mich zum Beispiel hat der Job in den Westen gezogen. Wieviele Jobs ziehen Wessis wohl in den Osten?” Und damit trifft sie einen ganz wichtigen Punkt, der in dieser Diskussion hier nicht ausgeblendet werden darf. Das Stichwort heißt “Perspektiven”. Die – vor allem jungen – Menschen, die es von den neuen in die alten Länder zieht, die gehen doch nicht alle, weil sie das “andere” Deutschland kennen lernen wollen. Da hat eine Wanderung eingesetzt, die vor allem damit zu tun hat, dass es in einigen Regionen nicht so toll bestellt ist mit Arbeit, dafür aber mit Perspektivlosigkeit.

  14. carrry says:

    Februar 3rd, 2008at 15:01(#)

    naja, zum thema statistisch überrepräsentiert: zeig mir einen ossi der in trier studiert und denwesten nicht kennt..

    ansonsten gibt es aber auch die ossis, die warum auch immer, und vorurteile gehören auch dazu, noch keinen fuß vor die eigene tür gesetzt haben. die ham auch nicht zu knapp vorurteile über die arroganten wessis, die überheblichen, alleskönnenden großmäuler, die dicke autos fahren. oh, verzeihung, die dicke merceden fahren.

  15. carrry says:

    Februar 5th, 2008at 19:19(#)

    einer statistischen erhebung, die, da auf meine wg beschränkt, über keine generalisierbarkeit verfügt, zeigt, dass viele wessis schon im osten waren ohne es zu wissen. weil nämlich keine physische mauer mehr da ist. und der harz ganz neutral harz heißt und mitten in deutschland liegt und die eine vpn (versuchsoerson) einige zeit brauchte um zu realisieren, ach ja, da war ich, klar im osten. ich war im osten, hey!

  16. Michael says:

    Februar 8th, 2008at 20:02(#)

    Also Carry, deine kleine Befragung stellt jetzt natürlich wieder alles auf den Kopf. Ist es jetzt gut, wenn die Leute gar nicht mehr merken, dass sie im Osten oder Westen unterwegs sind – oder zeugt das vom totalen Unwissen? :)

    Hier hat sich übrigens noch jemand aus den… äh… neuen Bundesländern… ein paar Gedanken zum Thema gemacht – und sagt, dass er wenig über den Westen weiß.

    So, und jetzt bin ich vollständig verwirrt.

  17. carrry says:

    Februar 9th, 2008at 23:23(#)

    klar is das gut. zeugt von einer nicht vorhandenen mauer. in köpfen. wie kann man denn hoffen, dass selbige verschwindet, wenn man gleichzeitig denen, die sie nicht mehr sehen, mangelndes (geschichts-) wissen vorwirft.
    ich glaube, wenn die sozialen und deren ursächlichen wirtschaftlichen differenzen zwischen alten und neuen ländern nicht so groß wären, gäbe es weit weniger angleichungsprobleme und was das als rattenschwanz mit sich zieht. kopfmauer zum beispiel.

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